Unnötige Nahrungsergänzungsmittel

Öko-Test nahm 49 unterschiedliche Vitaminpräparate genauer unter die Lupe. Dabei fielen Dreiviertel der Testurteile „mangelhaft“ aus. Viele Präparate seien viel zu hoch dosiert. Vor allem bei Vitamin A, Niacin, Folsäure und den Spurenelementen Zink, Eisen und Mangan wurden die Empfehlungen des Bundesinstitutes für Risikobewertung (BfR) zum Teil weit überschritten. Viele der untersuchten Produkte waren mit Eisen, Kupfer und Mangan angereichert. Diese sollten jedoch nach Empfehlungen des BfR Nahrungsergänzungsmitteln nicht zugesetzt werden.

Als weiterer Punkt wurde das Fehlen einer Altersbeschränkung bemängelt. Gerade bei zinkhaltigen Präparaten wird davon abgeraten diese an Kinder zu geben. Bei Magnesium gilt laut dem Bundesinstitut eine Empfehlung ab vier Jahren. Keines der 49 getesteten Produkte erhielt ein „gut“ oder „sehr gut“ in der Testung.

ÖKO-TEST weist ausdrücklich gleichzeitig darauf hin, dass der Bedarf an Vitaminen und Mineralien durch eine abwechslungsreiche Kost bereits gedeckt ist. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung e.V. (DGE) bekräftigt dies durch ihre Stellungnahme. Der menschliche Körper verfügt über umfangreiche Vitaminspeicher und kann vorübergehende Unterversorgungen gut ausgleichen. Die DGE widerspricht weiterhin der Aussage, dass heimische Lebensmittel durch den Anbau und Zuchtmethoden an Nährstoffen einbüßen. Dies wurde bereits in einer Studie von 1999 widerlegt. Tendenziell sind die Nährstoffgehalte der heimischen Produkte eher durch gezielte Zuchtmaßnahmen angestiegen.

Die von der DGE empfohlene, abwechslungsreiche Mischkost mit einem hohen Anteil an Obst und Gemüse minimiert das Risiko für eine Vitaminunterversorgung und reduziert zeitgleich die Aufnahme von unerwünschten Stoffen, wie Purinen oder Cholesterin.

Quelle: ÖKO-TEST, „Testergebnisse Multivitaminpräparate“, Ausgabe 02/2012, Seite 54 ff., Stand 01.12.12 Food und Recht, „Vitaminpräparate ohne erkennbaren Nutzen“, Ausgabe 3/2012,) Seite.10, Stand 01.12.12 DGE Stellungnahme, „Vitaminversorgung in Deutschland“, DGE Info 01.05.2013, Online verfügbar, Stand 03.12.2012